BIM Safari im Abkürzungsdschungel - Teil 2: Information Delivery Manual (IDM)
September 2024Wir stellen Ihnen in diesem Blogbeitrag das BIM Information Delivery Manual vor, welches eine Methodik ist, die den Informationsfluss in BIM-Projekten organisiert.
Was ist IDM?
Das Information Delivery Manual (IDM) ist eine Methodik, die in BIM-Projekten eingesetzt wird, um die spezifischen Informationsbedürfnisse zu definieren und zu strukturieren. IDM sorgt dafür, dass die richtigen Informationen zur richtigen Zeit und im richtigen Format bereitgestellt werden, um die Anforderungen aller Projektbeteiligten zu erfüllen. Es ist quasi der „Fahrplan“ für den Informationsfluss innerhalb eines Projekts und stellt sicher, dass keine wichtigen Daten verloren gehen oder missverstanden werden.
Warum ist IDM wichtig?
In komplexen Bauprojekten arbeiten zahlreiche Beteiligte zusammen: Architekten, Ingenieure, Bauunternehmer, Facility Manager und viele andere. Jeder von ihnen benötigt spezifische Informationen, um seine Aufgaben effektiv zu erfüllen. Ein chaotischer oder unstrukturierter Informationsfluss kann leicht zu Missverständnissen, Verzögerungen und Fehlern führen, die das Projekt erheblich beeinträchtigen können.
Hier kommt das IDM ins Spiel. Es stellt sicher, dass für jede Phase eines Bauprojekts klar definiert ist, welche Informationen benötigt werden, wer sie bereitstellen muss und in welchem Format sie geliefert werden sollen. Dadurch wird nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern auch die Qualität und Zuverlässigkeit der Projektinformationen gesichert.
Die Bestandteile eines IDM
Ein IDM besteht typischerweise aus mehreren Komponenten, die zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Informationsfluss zu gewährleisten:
- Prozessübersicht: Hier wird der gesamte Projektablauf skizziert, und es wird festgelegt, welche Informationen in welcher Phase benötigt werden.
- Austauschanforderungen: Diese definieren, welche spezifischen Informationen zwischen den Projektbeteiligten ausgetauscht werden müssen.
- Informationsanforderungen: Hier wird beschrieben, welche Daten in welcher Detailtiefe bereitgestellt werden sollen.
- Modellansichten: Diese spezifizieren, wie die Informationen in einem Modell dargestellt und visualisiert werden sollen, um den Anforderungen gerecht zu werden.
- Anwendungsfälle: Diese zeigen, wie die bereitgestellten Informationen genutzt werden, um bestimmte Aufgaben oder Analysen durchzuführen.
IDM in der Praxis
Die Anwendung von IDM in einem BIM-Projekt beginnt oft bereits in der Planungsphase. Hier wird der Informationsbedarf definiert und im Laufe des Projekts kontinuierlich verfeinert und angepasst. Der Erfolg eines IDM hängt dabei stark von der Zusammenarbeit und Kommunikation der Projektbeteiligten ab. Ein gut strukturiertes IDM hilft nicht nur dabei, die Informationsflüsse effizient zu gestalten, sondern kann auch als wertvolles Werkzeug dienen, um die Projektergebnisse zu überprüfen und zu validieren.
Ein Beispiel aus der Praxis: In einem großen Infrastrukturprojekt, bei dem sowohl Bauingenieure als auch Umweltingenieure zusammenarbeiten müssen, sorgt das IDM dafür, dass die Umweltdaten korrekt in das Bauingenieurmodell integriert werden. Ohne ein klar definiertes IDM könnten diese kritischen Informationen leicht übersehen oder falsch interpretiert werden, was unter Umständen zu kostspieligen Fehlern führt.
Mit einem gut ausgearbeiteten IDM in der Hand wird der Weg durch den BIM-Dschungel klarer und sicherer. Die Implementierung und Nutzung dieses Werkzeugs kann den Unterschied zwischen einem reibungslosen, erfolgreichen Projekt und einem undurchsichtigen, erfolglosen Projekt ausmachen. Kommen Sie gerne auf uns zu falls Sie Unterstützung oder weiterführende Informationen zum IDM benötigen.
Dieser Beitrag gehört zu einer Serie. Alle anderen Beiträge finden Sie nach Veröffentlichung hier:
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