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Masterplan BIM für Bundesbauten – Anwendungsfälle Level I

Bau GIS & Infrastruktur

 

In Teil 5 unserer Blogreihe zum Thema Masterplan BIM für Bundesbauten geht um die Anwendungsfälle des Level I.

 

Am Mittwoch, dem 08.12.2021 wurde der Masterplan BIM für Bundesbauten vorgestellt. Darin ist von der „die schnellstmögliche flächendeckende Einführung des Building Information Modeling (BIM) für Bundesbauten“ die Rede. Es wird also ganz klar dazu aufgerufen, sich intensiv mit der BIM-Methode zu beschäftigen und sie anzuwenden.

Der Einstieg in die kollaborative Arbeitsweise mit BIM wird durch das Level I beschrieben. Die Anwendungsfälle sind in der Bedarfsplanung, der Planungsphase und der Übergabe und Inbetriebnahme des Bauwerks angesiedelt. Sie haben Auswirkungen auf alle Phasen des Bauwerks.

BIM-ANWENDUNGSFÄLLE FÜR LEVEL I

Erstellung eines BIM-Modells für ein bestehendes Gebäude und/oder Gelände. Für die Erfassung der Bestandsdaten können verfügbare Unterlagen und ergänzend durchgeführte Untersuchungen (z.B. Aufmaß, 3D-Scans, Photogrammetrie) kombiniert werden. Inhalte und Detaillierungsgrad des Bestandsmodells orientieren sich am Ziel der Erfassung (z.B. Bauen im Bestand, Betrieb).

Anwendung der Methode BIM für Aufgaben der Projektvorbereitung. Nutzungsmöglichkeiten sind beispielsweise die digitalisierte Aufstellung einer Bedarfsplanung und die digitale Umsetzung der Standort- und Beschaffungsvariantenuntersuchung.

Nutzung der Methode BIM für die Aufstellung der haushaltsbegründenden Unterlagen. Möglich sind in diesem Zusammenhang beispielweise eine modellbasierte Untersuchung von Planungsvarianten, eine vereinfachte Mengen- und Kostenermittlung oder die Initiierung eines modellbasierten Vergabeverfahrens (ggf. mit Planungswettbewerb).

Ableitung von darstellenden Elementen aus BIM-Modellen, die die Vorstellungskraft von Projektbeteiligten, aber auch der Öffentlichkeit fördern (z.B. Bilder/ Renderings, Videos, Augmented/Virtual Reality, digitaler Projekttisch).

Erstellung und Fortschreibung eines aus mehreren Fach- bzw. Teilmodellen bestehenden BIM-Modells. Die durch die verschiedenen Gewerke erstellten Fach- und Teilmodelle werden hierfür regelmäßig zu einem Koordinierungsmodell zusammengeführt.

Regelmäßiger Abgleich des Planungsstandes der Teilmodelle und des Koordinierungsmodells mit den für den Prüfzeitpunkt definierten Anforderungen an den Planungsfortschritt (z.B. aus AIA, BAP und Modellierungsrichtlinien). Sowohl die Teilmodelle als auch das Koordinierungsmodell werden zudem zu definierten Prüfzeitpunkten (teil-) automatisiert auf Kollisionen innerhalb oder zwischen den Fachmodellen überprüft.

Ableitung von 2D-Plänen aus BIM-Modellen. Der erforderliche Maßstab der Pläne orientiert sich dabei an der entsprechenden Leistungsphase bzw. dem Verwendungszweck der Planunterlagen.

Digitale, modellbasierte Unterstützung der Aufgaben des Inbetriebnahmemanagements von der Planungsphase über die Bauausführung bis hin zur Übergabe in den bestimmungsgemäßen Betrieb. Ein Fokus liegt hierbei auf der Technischen Gebäudeausstattung.

Erstellung eines As-Built-Modells als Fortführung des As-Planned-Modells, das auch zur Übergabe an den Betrieb genutzt werden kann. Die Anforderungen an die zu erfassenden und zu dokumentierenden Informationen ergeben sich aus den Anforderungen an die Baudokumentation und an die Bestandsdokumentation sowie den in den AIA definierten Anforderungen des Betreibers, Bauherrn und ggf. Nutzers. Anforderungen an Inhalt und Genauigkeit des Dokumentationsmodells sollten bereits möglichst früh im Projekt festgelegt werden.

Neben diesen Anwendungsfällen werden Rahmenbedingungen eingeführt:

  • Die partnerschaftliche Zusammenarbeit und Koordination der Fachgewerke über eine Gemeinsame Datenumgebung (Common Data Environment (CDE)) nach DIN EN ISO 19650
  • Die Etablierung bundesbauspezifischer BIM-Rollen in der Bauverwaltung
  • Die Erstellung von Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) durch den Bauherrn sowie deren Konkretisierung in einem BIM-Abwicklungsplan (BAP) auf Auftragnehmerseite

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Abbildung 1: Zuordnung der BIM-Anwendungsfälle zu Level I bis III

Besonderer Fokus liegt in Level I auf der Bedarfsplanung und der Baudokumentation. Für die Bedarfsplanung sollen möglichst früh alle relevanten Projektbeteiligten eng zusammenarbeiten. So wird der Grundstein für ein erfolgreiches Projekt gelegt. Das BIM-Management erstellt in diese Phase die AIA. In ihr spiegeln sich die projektspezifischen Informationsanforderungen wider. Dabei wird insbesondere die Betriebsphase beachtet. Nach der Fertigstellung erfolgt eine Qualitätskontrolle und anschließend die Übergabe des BIM-Modells in den Betrieb.

Ihr Ansprechpartner

Ben Kreißig

Leitung Geschäftsbereich AEC | GIS

Chemnitz

+49 371 4000 70-701